Mittwoch, 9. November 2011

Ruede Hagelstein & The Noblettes - Soft Pack





TRACKLISTING

 1. A Priori
2. Leaving The Center
3. No Reality
4. Private
5. Emergency
6. Posteriori
7. Romance
8. Power
9. Berlin
10.Blue Straight
11.Good Night


Ruede Hagelstein, ein wohl nicht unbekannter Name in der House und Clubszene. Der Resident-DJ vom Berliner In-Club "Watergate", eher bekannt für seine TechHouse-Sets und dem Club-Hit "Emergency" (welcher regelrecht die Dancefloors nicht nur in der Hauptstadt zum Beben brachte), widmet sich bei seinem Debütalbum in Zusammenarbeit mit seiner Band The Noblettes einer ganz neuen Richtung.
Die am 18.11.2011 auf Souvenir  Music erscheinende LP "Soft Pack" ist schon vor dem Release in aller Munde, da das Label der Tiefschwarz Brüder, bekannt geworden durch zahlreiche Technoproduktionen, ihr musikalisches Spektrum erweitern möchte. All das schraubt die Erwartungen an das neue, andersartige Album nicht gerade herunter.
Der wahrscheinlich beste Weg an das Album heran zu gehen ist es, sich einen ruhigen Moment zu suchen. Zu Beginn wird der Hörer durch eine mit klassischen Jazz-Elementen (Jazz Bass, Piano, Saxophon, Jazzschlagzeug) durchzogene Landschaft geführt, die in sich stimmig zu sein scheint. So geht es jedoch keinesfalls weiter, denn bereits mit dem zweiten Track wird das Album deutlich nachdenklicher, melancholischer und experimenteller. Trotz aller Andersartigkeit kann es Ruede doch nicht lassen tanzbare Rhythmuselemente mit einfließen zu lassen. Dies ist sehr schön zu erkennen an den Tracks "No Reality" und "Private", bei denen letztendlich die eigentliche Techhouse-Geschwindigkeit auf einen entspannten Downtempo-Rhythmus heruntergefahren wird. Ebenso auffällig ist die Fokussierung auf nicht elektronisch erzeugte Instrumentalklänge, wie zum Beispiel ein typischer Basslauf ("Private"), dezente Querflötentöne ("No Reality") und Saxophon (in fast jedem Track zu finden). Der einzige Wiedererkennungsmoment des Albums könnte dem Hörer bei Track 5 wiederfahren. Die Album Version von "Emergency" nimmt die altbekannten Vocals von Ruede und verwebt diese in eine minimalistische Ruhe, die ansonsten rein synthetisch aufgebaut ist.
Zwischen atmosphärischen und verträumten Songs, angereichert durch Vogelgesang, Naturabbildungen und fließende Harmonik, blinzeln "Power", mit seinem Triphop-Beat und "Berlin", als klassischer Popsong, neugierig hervor.
Insgesamt ist das Album eine Hommage an die allgemeine Entschleunigung in einer immer schneller werdenden Gesellschaft. Diese kreative Flucht aus der Berliner Feierhölle in Richtung Indie-Electronic Crossover ist das gewagteste und interessanteste Album des Herbstes.
Freunde moderner Popmusikkonstruktionen sollten sich auf jeden Fall dieses Werk zu Gemüte führen.


Atmosphäre  /  Lounge  /  Jazz  /  Downtempo  /  Pop  / Electronica  /  Herbst





5/5













Ruede Hagelstein - Soft Pack by Electric Eclecticism










April 2012
28.04.12 – Hive Club, Zürich (CH)
08.04.12 – Liquid Sunday, Altenburg (DE)

March 2012
24.03.12 – Level 6, Darmstadt (DE)
18.03.12 – Kassablanca, Jena (DE)

February 2012
10.02.12 – Panoramabar, Berlin (DE)
04.02.12 – Airbeat One, Wittenburg (DE)

January 2012
20.01.12 – Docks, Hamburg (DE)
14.01.12 – Lindenpark, Potsdam (DE)

December
31.12.11 – Watergate Berlin (DE)
25.12.11 – Westpol Gewölbe, Köln (DE)
17.12.11 – Bullitt, München (DE)
10.12.11 – Rave On Snow, Saalbach (AT)
09.12.11 – D! Club, Lausanne (CH)
02.12.11 – Ritter Butzke, Berlin (DE)

November
25.11.11 – Club Weidendamm, Hannover (DE)






by Fabian & Felix

Kommentare:

  1. " Insgesamt ist das Album eine Hommage an die allgemeine Entschleunigung in einer immer schneller werdenden Gesellschaft. Diese kreative Flucht aus der Berliner Feierhölle (..) ist das gewagteste und interessanteste Album des Herbstes. "
    it
    Hat mir richtig gut gefallen Jungens - besonders die zitierte Stelle ist sehr schön formuliert - mich hats definitiv zum Reinhören angeregt..

    Denarr

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  2. Auf jeden Fall anregender Schreibstil, der immer wieder zum weiterlesen einlädt (sogar mich - einen fast schon Nichtkenner dieses Musikgenres)!

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